Projektupdate: Prioritäten setzen

In dieser Woche zog sich ein Thema durch meinen Alltag. Es begegnete mir an jeder Ecke: in meinen Gedanken, in Podcasts und sogar auf Pinterest. Eben habe ich dort auch ein Bild gefunden, das mein Hirn hat förmlich explodieren lassen.

Bildquelle: https://pin.it/ue4bfhxx74c4xl
Bildquelle: https://pin.it/ue4bfhxx74c4xl

Und es ist so verdammt wahr. Wenn mir etwas wichtig ist, dann tue ich es. Am besten sofort und an einem Stück, damit das Projekt abgehakt ist. Einen Artikel fürs Schreibmeer schreibe ich in einem Rutsch durch. Für Social Media finde ich immer Zeit - und bleibe hängen. Meine Webseite wird innerhalb eines Tages komplett generalüberholt - auch wenn ich vielleicht anderes tun sollte. Oder zumindest mal eine Pause machen. Aber nein. Bei sowas bin ich total im Flow.

Und was ist dann mit den anderen Dingen? Sind mir die nicht wichtig genug?


Naja, eventuell liegt es einfach daran, dass ich nicht so schnell zu einem Motivationskick komme. Ein Roman schreibt sich nicht mal eben an einem Nachmittag fertig. Und dann kommen andere Projekte, die sogar schneller abzuschließen sind. Auch wenn der Schreibkalender schon sehr weit fortgeschritten war, fiel es mir diese Woche schwer, mich dafür zu motivieren. Und auch das schlechte Gewissen rückte mir auf die Pelle. "Du wolltest doch noch ..." und "hast du daran gedacht?"

Ja, auch ich habe Phasen, in denen ich zweifle. Besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, auf der Stelle zu stehen. Nichts fertig zu kriegen.


Das Problem daran ist aber, dass ich selbst Schuld an der Situation bin. Ich müsste einfach nur einem Projekt die höchste Priorität geben und die anderen hinten anstellen. Dazu gehören auch Dinge, die ein Fass ohne Boden sind. Die niemals zu Ende sind. Social Media zum Beispiel. Oder das Schreibmeer. Nur sind dort die kleinen Erfolge sichtbarer. Ein Artikel ist vergleichsweise schnell lektoriert oder geschrieben. Ein Post für Facebook schnell verfasst. Oder alle interessanten Instastories schnell geguckt.

Was heißt das also für mich?


Ich weiß längst, was wichtig ist. Was ich will. Wo ich schneller, besser, weiter kommen will im Leben. Die Priorität ist da. Nur nicht so stark, dass sie den Belohnungseffekt der Kleinigkeiten übertrifft. Da habe ich also Nachholbedarf in Sachen Belohnung und Durchhaltevermögen.

Kurz habe ich an meine Challenge #200für2016 gedacht. In dem Jahr wollte ich jeden Tag mindestens 200 Wörter schreiben. Und, was soll ich sagen, ich bin gescheitert. Vielleicht klappt es mit 100 Wörtern besser? Natürlich liegt es nicht an der Wortzahl. Und an manchen Tagen lässt sich die auch schwer bestimmen. Wenn man überarbeitet oder plant, zum Beispiel. Mit zwei verschiedenen Werten zu rechnen, erscheint mir zu mühselig, dauerhaft auf die Uhr zu schauen auch. Und nur um auf die Wortzahl zu kommen, etwas anderes zu schreiben, ist irgendwie auf nicht sinnvoll. Wo ziehe ich die Grenze? Rechne ich Blog und Social Media mit ein, komme ich locker auf ein paar 1.000 Wörter am Tag - schätze ich.

Fakt ist: Wenn ich eines Tages vom Schreiben leben möchte - und dieses "eines Tages" nicht so lange hin sein soll - dann muss ich wirklich etwas ändern. Belohnungssystem hin oder her. Ich muss das Schreiben zur höchsten Priorität werden lassen. Das Schreiben an meinen Romanen.


Damit fange ich dann auch lieber gestern statt heute an. Allerdings gibt es eine Sache, die mehr Sinn ergibt: Statt gleichzeitig mit zwei riesige Projekte zu jonglieren, fokussiere ich mich auf eines. Eines, das in absehbarer Zeit abgeschlossen werden kann. Eines, das trotz allem sehr zeitintensiv ist, mich aber sehr viel weiterbringt. Ich könnte jetzt schreiben, dass ich inspirierter in der dunklen Jahreszeit bin. Wobei das alles eher nach Ausreden klingt.


Für mich ergibt das Sinn. Ich möchte mich nicht verteidigen. Und ich möchte auch kein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich jahrelang für meinen Debütroman brauche. Auch meine Leser haben ja etwas davon, wenn ich gute Bücher veröffentliche. Und genau so sehe ich es auch bei meinen Ratgebern.

Fakt ist: Wenn ich eines Tages vom Schreiben leben möchte - und dieses "eines Tages" nicht so lange hin sein soll - dann muss ich wirklich etwas ändern. Belohnungssystem hin oder her. Ich muss das Schreiben zur höchsten Priorität werden lassen. Das Schreiben an meinen Romanen.


Damit fange ich dann auch lieber gestern statt heute an. Allerdings gibt es eine Sache, die mehr Sinn ergibt: Statt gleichzeitig mit zwei riesige Projekte zu jonglieren, fokussiere ich mich auf eines. Eines, das in absehbarer Zeit abgeschlossen werden kann. Eines, das trotz allem sehr zeitintensiv ist, mich aber sehr viel weiterbringt. Ich könnte jetzt schreiben, dass ich inspirierter in der dunklen Jahreszeit bin. Wobei das alles eher nach Ausreden klingt.


Für mich ergibt das Sinn. Ich möchte mich nicht verteidigen. Und ich möchte auch kein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich jahrelang für meinen Debütroman brauche. Auch meine Leser haben ja etwas davon, wenn ich gute Bücher veröffentliche. Und genau so sehe ich es auch bei meinen Ratgebern.

Der Kalender ist übrigens fertig. Eingetütet und im Korrektorat. Er ist recht umfangreich geworden, aber das ist er nun einmal. Denn genau so wollte ich ihn haben, weil ich nur so damit zufrieden bin. Wem er zu teuer wird, der hat einfach Pech gehabt. So ist das. 200+ Seiten kann man nicht mal eben für 5 Euro drucken lassen. Und auch ich möchte etwas dran verdienen, weil ich Arbeit da hinein gesteckt habe.


Auch das gehört dazu, wenn man professionell arbeiten möchte. Und das muss ich, wenn ich vom Schreiben leben möchte. Dieser Kalender wird mich nicht reich machen, das ist mir klar. Aber er ist sein Geld wert, das kann ich euch versprechen. Wer meine Schreibchallenge kennt, weiß, dass auch in diesem unscheinbaren Buch viel, viel mehr drin steckt, als man auf dem ersten Blick meinen möchte.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Marie (Samstag, 04 August 2018 11:57)

    Hallo

    Auch wenn du jetzt in der Sommerpause bist, wollte ich dir trotzdem einen Kommentar da lass.

    Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht. Der Brotjob frisst viel zu viel Zeit aber ohne geht es eben nicht.
    Ich weiß nicht in wie weit es sich bei dir umsetzen lässt, aber mit hat sehr geholfen ( vor allem da ich Teilschichten habe, früh 4 stunden 2 Stunden frei dann nochmal 4 Stunden) meinen Wecker wirklich noch eher klingeln zulassen und dann mit einer Routine durch zu starten. Wecker, meds,Bad,Yoga,Kaffee,schreiben. Das gleich am morgen als eines der ersten Dinge zu tun, auch wenn es nur 200 Wörter sind, es bringt was.

    Die andere Seite die mir bei meinem jetzigen Großprojekt sehr hilft ist das ich jemanden habe der mich kontrolliert. Und das ich jede Woche bis zu 3 Teile, in einer E-Mail Serie verschicke und so vorwärts kommen muss denn sonst kann es irgendwann nicht mehr weiter gehen. Klar habe ich mir erst einen Vorsprung angeschrieben aber dennoch hilft es mir sehr.
    Ich weiß das so eine E-Mail Serie bei einem Roman nicht so toll ist wenn man ihn veröffentlichen will. Aber vill mit einem Test Leser oder so.

    Oh man soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber es ist ja auch wichtig sich auszutauschen.

    Ich wünsch dir eine schöne Pause.
    LG Marie